Der Frühling bringt nicht nur längere Tage und wärmere Temperaturen, sondern für viele Schweizerinnen und Schweizer auch den alljährlichen Frühlingsputz. Rund zwei Drittel der Bevölkerung widmen sich dann einem mehr oder minder gründlichen Reinemachen. Doch im Alltag sorgt die Hausarbeit oft für Zündstoff und Konflikte in den Familien. Eine aktuelle YouGov-Umfrage* im Auftrag des Immobilienportals newhome hat die Putzgewohnheiten und die Verteilung der Hausarbeit in Schweizer Haushalten genauer unter die Lupe genommen.
Wer macht zu wenig? Nachwuchs und Partner im Fokus
Besonders kritisch sehen die Befragten den Nachwuchs: 56% der Eltern mit Kindern über 10 Jahren meinen, dass diese sich zu wenig an der Hausarbeit beteiligen. In Haushalten von unter 40-Jährigen ohne Kinder wird vor allem den Partnerinnen und Partnern ein zu geringes Engagement vorgeworfen (32%). Interessanterweise steigt die Zufriedenheit mit der Verteilung der Hausarbeit, sobald die Kinder ausgezogen sind. In Haushalten ohne minderjährige Kinder über 40 Jahren geben 63% an, dass niemand zu wenig im Haushalt macht.
Konflikte ums Putzen: Häufig und vielschichtig
Streit ums Putzen ist in vielen Haushalten keine Seltenheit: 46% der Befragten erleben zumindest selten, 28% gelegentlich Konflikte rund um die Hausarbeit. Besonders konfliktanfällig sind Familien mit Kindern über zehn Jahren – die intensive Familienphase bringt offenbar mehr Reibungspunkte. Weniger Streit gibt es in kleinen Haushalten, im Tessin und bei Personen über 60 Jahren.
Der Hauptgrund für Konflikte sind unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit, die 51% der Befragten als Ursache nennen. Zeitmangel (28%) und unklare Aufgabenverteilung (22%) folgen als weitere Konfliktquellen. Bei den über 60-Jährigen sind unterschiedliche Sauberkeitsansprüche besonders ausgeprägt (60%), während Zeitmangel vor allem die Altersgruppe 30–44 belastet. In Familien mit älteren Kindern führt oft auch das Nichterfüllen vereinbarter Aufgaben zu Spannungen.
Männer überschätzen ihren Putzbeitrag?
Auch zwischen den Geschlechtern gibt es deutliche Unterschiede: 70% der Frauen geben an, überwiegend den Großteil der Putzarbeit zu übernehmen, während dies nur 24% der Männer sagen. Umgekehrt meinen 36% der Männer, dass überwiegend jemand anderes putzt – bei den Frauen sind es nur 8%. Selbst bei der Einschätzung einer gleichmäßigen Verteilung der Hausarbeit zeigen sich Unterschiede: 32% der Männer stimmen dem zu, aber nur 16% der Frauen.
Neben Geschlecht spielen auch Bildung, Einkommen und Berufstätigkeit eine Rolle bei der Verteilung der Hausarbeit. Höhere Bildung geht mit egalitäreren Modellen einher, während höheres Einkommen oft mit der Auslagerung der Putzarbeit verbunden ist. Dennoch erledigt nur ein kleiner Teil (6%) der Haushalte den Großteil der Reinigung durch externe Kräfte.
Frühlingsputz: Tradition mit gemischten Gefühlen
Knapp 60% der Befragten machen einen Frühlingsputz, auch wenn für 41% dieser nicht zwingend im Frühling stattfinden muss. Nur 13% halten sich strikt an die klassische Jahreszeit. Für 37% ist der Großputz eine Gelegenheit, liegengebliebene Aufgaben im Haushalt anzugehen. Etwa ein Viertel empfindet den Frühlingsputz als notwendig, während 18% ihn als nervig oder als ewiges Projekt sehen.
Peinliche Putz-Fails: Das schmutzige Bad vorne
Wenn es um peinliche Sauberkeitsmängel geht, steht ein schmutziges Bad oder WC mit 51% an erster Stelle. Auch allgemeines Chaos (43%) und klebrige Böden (37%) sind vielen unangenehm. Dennoch geben 15% der Befragten an, dass ihnen nichts an ihrem Haushalt peinlich sei.
Die Umfrage zeigt: Putzen ist in der Schweiz vor allem Familiensache und oft ein Quell von Konflikten, besonders wenn unterschiedliche Sauberkeitsansprüche und unklare Aufgabenverteilungen aufeinandertreffen. Während Frauen meist den Großteil der Arbeit übernehmen, wünschen sich viele mehr Engagement vom Nachwuchs und den Partnern. Der Frühlingsputz bleibt eine beliebte Tradition, auch wenn er nicht immer mit Freude verbunden ist.






